00:07
1936. Mitten auf dem Atlantik kämpft ein kleines Schiff gegen die immer stärker werdenden Wellen. Die Crew hat alle Hände voll zu tun, konzentriert sich zu 100% auf die See. Dann passiert es plötzlich.
00:22
Ein gewaltiger Schatten bewegt sich auf sie zu, riesengroß, viel größer als ihr Schiff. Einige der Seemänner bekommen es sofort mit der Angst zu tun. Ist das etwa ein Monster? Doch dann blicken sie nach oben und der Anblick raubt ihnen den Atem.
00:40
Über ihnen schwebt ein Monstrum, ein gewaltiges Luftschiff, die Hindenburg. Majestätisch, unfassbar groß, doch niemand ahnt, was auf genau diesem Flug Schreckliches passieren wird.
00:59
Freundinnen und Freunde des Wissens, ich kann nur sagen, dass das Timing eurer Fragen manchmal wirklich erstaunlich ist. Vor ungefähr vier, fünf Fragen hat uns häufiger die Nachricht ereilt, was denn passieren würde, wenn ich mal krank werde. Also was ist dann mit der Folge? Spricht die dann Zoe oder jemand anders oder fällt sie aus? Und kein Witz, Einen Tag später war ich richtig krank.
01:31
Das ging jetzt die ganze Woche so weit, dass es fast nicht geklappt hätte. Also ich bin immer noch nicht 100% fit, hört man vielleicht, aber die Alternative wäre, dass die Folge ausfällt und irgendwie Wollte ich das nicht, vor allem, weil das Thema heute so spannend ist. Wie ihr merkt, wir sind ja zurück beim normalen Rhythmus nach vier Folgen 9-11 Deep Dive. Das heißt, ab jetzt gibt es wieder jede Woche ein neues Thema, das ihr aussucht.
02:01
Und heute habt ihr entschieden, dass wir in eine wirklich fast magische Welt eintauchen. Wir klären, wie die Menschheit gewaltige Luftschiffe entwirft. weshalb man kurzfristig einen sehr entscheidenden Bestandteil bei der Hindenburg wechseln muss und wie das zum Desaster führt. Das alles jetzt, denn ihr hört Wissen mit Johnny. Kapitel 1 1931 Um zu verstehen, in welcher historischen Zeit wir uns bewegen, müssen wir einmal genau in dieses Jahr 1931 nach Deutschland springen.
02:43
Wir schlendern durch die Straßen von Berlin und schnell fällt uns eine Sache auf.
02:50
Den Menschen hier geht es gar nicht gut. Schon von Weitem sehen wir vor einem gewissen Gebäude eine gewaltige Schlange. Da stehen bestimmt tausend Menschen. Das Gebäude ist die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. ein Vorläufer der heutigen Bundesagentur für Arbeit. Und ja, der Grund ist damit so ein bisschen auf der Hand liegend. Fast eine halbe Million Berlinerinnen und Berliner sind arbeitslos.
03:22
Das ist wirklich enorm viel und auch im restlichen Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Den Grund findet man in der Weltwirtschaftskrise. Diese ereilt mittlerweile extrem viele Staaten. Das bedeutet auch, dass enorm viele deutsche Geschäfte schließen müssen. Sie sind pleite gegangen und wenn weniger Geschäfte offen sind, dann gibt es logischerweise auch weniger Arbeitsplätze.
03:46
Daher wird hinter verschlossenen Wohnungstüren häufig gerechnet.
03:51
Reicht das Geld diesen Monat, um die Miete zu zahlen? Oder um überhaupt für uns etwas zu essen zu kaufen?
03:57
Fragen, die bei vielen Verzweiflung auslösen. Gute Nachrichten sind damals mangelbare. Also entscheidet sich Deutschland für ein doch relativ mutiges Vorhaben. Eine große Erfindung soll die Motivation und das Vertrauen der Menschen in das System zurückbringen.
04:18
Dazu arbeiten Ingenieure am Bodensee Tag und Nacht. Und zwar an der Hindenburg. Sie soll ein Luftschiff werden. Und zwar eines, das ein gewaltiges Problem lösen soll. Es gibt zwar in dieser Zeit bereits Flugzeuge, doch diese sind technisch erst viele, viele Jahrzehnte später in der Lage, mit Passagieren über den Atlantik zu fliegen. Zwischen Europa und Amerika liegen nämlich mehr als 5000 Kilometer und das schaffen die meisten Flugzeuge eben noch nicht mit Menschen an Bord.
04:52
Wer also zu dieser Zeit, also so in den 30ern, nach Amerika reisen möchte von Europa aus, der sitzt oft mehr als eine Woche auf einem Ozeandampfer, also auf einem klassischen Schiff. Und diese Ausgangssituation, also vor allem die Frage, wie schaffen wir es schneller über den großen Teich, die löst so ein bisschen das Zeitalter der Zeppeline aus. Denn die gewaltigen Luftschiffe, die könnten genau dieses Problem lösen.
05:23
Sie haben ziemlich viele Vorteile. Sie brauchen keine kilometerlange Startbahn. Sie können viele Stunden in der Luft bleiben, ohne viel Energie zu verbrauchen. Und die Himmelsmonster haben bereits gezeigt, dass es möglich ist. Um genau zu sein, der Graf Zeppelin. Dieser ist damals sowas wie die absolute Spitze der Luftschiffe. Dazu muss man ganz kurz erklären, Zeppeline werden schon ab Ende des 19. Jahrhunderts konstruiert.
05:54
Danach werden sie immer besser, über mehrere Jahrzehnte immer weiter entwickelt und irgendwann kam man dann bis zum Graf Zeppelin. Der schaffte dann im Jahr 1929 das absolut Unglaubliche und zwar eine vollständige Weltumrundung in Rekordzeit. Das ist damals nichts weniger als eine Sensation. Ab 1931 bringt der Graf dann auch regelmäßig Passagiere und Post nach Südamerika, vor allem ins brasilianische Recife und teilweise auch weiter bis nach Rio de Janeiro.
06:31
Ziemlich cool, aber noch nicht das, was man sich final vorstellt. Denn man will eine feste Verbindung zwischen Deutschland und New York haben. Das schafft der Graf Zeppelin allerdings nur, wenn die Winde passen. Denn das muss man einmal ganz kurz erklären. Die Verbindung zwischen Europa, zum Beispiel von Frankfurt nach Südamerika, die ist einigermaßen entspannt. Auf der Route gibt es lediglich die Passatwinde, die man ja aus Afrika kennt. Das heißt, die sind berechenbarer, nicht ganz so stark und man kann sich darauf einstellen, dass sie einen leiten, man kann sich darauf einstellen, dass sie ungefähr immer dieselbe Stärke haben.
07:11
Also klar, die variieren auch, aber nicht so extrem. Auf der Strecke zwischen Frankfurt und Amerika, also zum Beispiel New York, ist es etwas anderes, denn auf diesem Weg ist liegt der sogenannte Jetstream. Das ist einer der stärksten Winde der Welt. Und gegen den anzukämpfen, wenn der Mann einen besonders starken Tag erwischt hat, das ist für die Zeppeline damals einfach noch nicht machbar. Deswegen braucht man etwas, das leistungsfähiger ist als der Graf Zeppelin.
07:43
Daher beginnen im Januar 1931 die Arbeiten am Projekt LZ.
07:51
129 LZ steht für Luftschiff Zeppelin und der echte Name wird irgendwann lauten Hindenburg. Und dieses Luftschiff soll gewaltig werden. Kapitel 2 Ein Monster am Himmel Achtung, Leute, wir sollten unbedingt unsere Schutzbrille anziehen. In der Halle hier ist es unfassbar laut, die Luft ist stickig und heiß, überall der Geruch von Metall und auch Schweiß, das sticht alles in der Nase.
08:26
Funken sprühen durch alle möglichen Gänge, Metalle werden gebogen, geschnitten, miteinander verbunden und mittlerweile, wenn man sich das hier so anguckt, dann ist das Ungetüm bereits zu erkennen.
08:41
Die Hindenburg wird unfassbar gewaltig werden. Sie ist jetzt schon höher als ein Haus mit 13 Stockwerken. Und dennoch zählt bei der Entwicklung jedes Kilogramm. Denn alles, was sie schwerer macht, erhöht natürlich auch den Treibstoffkonsum. Erfahrene Zeppelin-Ingenieure entwickeln und planen fünf Jahre lang.
09:08
Doch dann ist es soweit. Und Leute, ich kann euch sagen, und wie es soweit ist. Denn dann steht sie plötzlich komplett fertig vor uns. Die Hindenburg.
09:25
Achtung, sie ist 245 Meter lang. Das sind fast zweieinhalb Fußballfelder hintereinander. Dazu ist sie 118 Tonnen schwer, hat vier Propellermotoren, die sie antreiben. Gemeinsam haben diese Motoren 4200 PS.
09:46
Um euch einmal ganz kurz vorstellen zu können, wie riesig das Luftschiff ist, könnt ihr mal in die Shownotes gucken. Als Nummer 1 findet ihr ein Foto von der Hindenburg. Und wenn ihr da mal reinzoomt, dann sieht man die kleinen, winzig kleinen Menschen, die gerade direkt vor ihr stehen. Aber sie sehen aus wie Ameisen. Und das ist wirklich, wirklich unglaublich. Und vielleicht fragt ihr euch an der Stelle, wie so ein Monstrum überhaupt fliegen kann.
10:17
Und das erkläre ich euch natürlich sehr gerne. Ist ja hier ein Wissens-Podcast. Also fangen wir im Inneren an. Dort befinden sich im Rumpf, also quasi im Bauch der Hindenburg, 16 gewaltige Gaszellen. Wenn man jetzt in diese Helium füllt, dann passiert etwas Spannendes, denn das Gas ist leichter als Luft. Und ihr wisst ja, was passiert, wenn etwas leichter als irgendwas ist.
10:48
Naja, dann steigt es auf. Und genau das passiert dann, wenn man nur genug Helium in das Schiff einfüllt, auch mit dem gesamten Zeppelin. Er steigt langsam nach oben. An der Stelle muss man dann nur noch die Propeller anwerfen und dann bewegt sich das Schiff. Ziemlich genial einfach.
11:12
Doch, ja, ihr hört es vielleicht jetzt an der Musik hinter mir. Im Falle der Hindenburg soll nämlich an der Stelle noch etwas passieren, das wirklich alles andere als optimal ist. Helium ist großartig. Es ist ein Edelgas und so gut wie alle Edelgase ist es chemisch betrachtet ziemlich reaktionsträge. Das bedeutet auch, es ist absolut unbrennbar.
11:43
Also schon auch ziemlich wichtig, wenn man davon extrem viel in das Luftschiff pumpt. Jetzt kommt aber an der Stelle genau das Problem nochmal mit der Weltwirtschaftskrise zum Tragen. Denn damals ist fast das gesamte Helium der Welt in den USA zu finden. Doch durch die finanzielle Krise und auch durch die politisch immer heikler werdende Lage in Deutschland, also Auch die USA bekommen mit, dass da irgendwas passiert. Also von der NSDAP beispielsweise hören andere Länder schon ziemlich früh und sie haben auch schon ziemlich früh viele kein besonders gutes Gefühl.
12:22
Also entscheiden sich die USA dagegen, Deutschland mit diesem Helium zu beliefern. Und das führt die Ingenieure der Hindenburg zu einem gewaltigen Problem.
12:37
Und sie treffen eine extrem bittere Entscheidung. Sie füllen die 16 Gaszellen mit einem Stoff, den man eigentlich unbedingt vermeiden wollte. Wasserstoff. Wir wollen jetzt hier an dieser Stelle auf gar keinen Fall irgendwie Element-Shaming betreiben, weil Wasserstoff ist auch ein ziemlich, ziemlich cooles Element. Auf den ersten Blick ist die Verwendung davon auch gar nicht dumm. Wasserstoff hat ziemlich viele Vorteile, zum Beispiel ungefähr 8% mehr Auftrieb als Helium.
13:13
Das heißt, man kann beispielsweise mehr Beladung tragen. Außerdem lässt sich Wasserstoff in Deutschland problemlos und mehr oder weniger auch grenzenlos herstellen. Doch genau das, was Helium so perfekt macht, kann man über Wasserstoff nicht sagen.
13:32
Denn wenn dieser entweichen sollte, zum Beispiel durch ein Leck in einer Gaszelle, dann reicht ein kleiner Funke und es käme zu einem rasant großen Brand. Und so wird die Hindenburg. die damals häufig als sicherstes Luftschiff der Welt bezeichnet wird, mit ungefähr 200.000 Kubikmeter Wasserstoff befüllt. Ein hochentzündliches Gas.
14:06
Kapitel 3 Das fliegende Luxushotel Also, ihr merkt schon, das mit dem Wasserstoff, das könnte noch ein Problem werden. Aber bevor wir uns damit beschäftigen, müssen wir auch einmal über noch ein, zwei andere Dinge reden. Weil da passieren noch wichtige Dinge, bevor der Wasserstoff... zum tragischen Protagonisten wird. Und dazu müssen wir jetzt als allererstes mal in das Jahr 1936 springen. Wir schlendern wieder durch die Straßen Berlins, fünf Jahre später.
14:39
Die Stadt ist kaum noch wiederzuerkennen. Nicht, weil es den Menschen irgendwie unfassbar viel besser geht. Nein, es geht vor allem um die Optik der Stadt. An der Hausecke hier direkt vor uns zum Beispiel hängt ein gewaltiges Plakat von Adolf Hitler. Er ist mittlerweile Reichskanzler geworden. Deutschlands Zeit als Demokratie ist vorbei. Seit drei Jahren bauen die Nationalsozialisten den Rechtsstaat ab und verwandeln ihn in eine totalitäre nationalistische Diktatur.
15:09
Überall sieht man Hakenkreuz fahren. Gigantische Lautsprecher dröhnen politische Botschaften, faschistische und rassistisches Gedankengut durch die Straßen. Alles wird vom NS-Regime kontrolliert und so auch Die Hindenburg. Zwar wurde sie ja nicht von Adolf Hitler in Auftrag gegeben, aber er nutzt sie jetzt als nationalsozialistisches Propagandamittel. An den Heckflossen des Luftschiffs sind mittlerweile vier gewaltige Hakenkreuze gemalt worden.
15:41
Die Hindenburg hat auch mittlerweile seit ein paar Monaten den Passagierbetrieb aufgenommen. Vor allem zwei wichtige Fernstrecken fliegt sie nun ab. Einmal von Frankfurt nach New Jersey, also das ist ja der Start direkt neben New York. Und ebenfalls, wie quasi das Schwesternschiff, also der Graf Zeppelin, fliegt auch die Hindenburg ab und zu nach Brasilien. An der Stelle übrigens ein wichtiger Hinweis, der uns jetzt häufiger auch schon in der Recherche begegnet ist. Sowohl die Graf Zeppelin als auch der Graf Zeppelin geht.
16:14
Also man kann theoretisch beides sagen, bevor da einige Kommentare kommen. Besonders spannend übrigens, an einem Tag sieht man einmal kurz, es soll wirklich nur ein einziges Mal so stattgefunden haben, beide Luftschiffe nebeneinander über dem Bodensee. Das muss ein ganz schön imposanter Moment gewesen sein. Aber nicht nur über dem Bodensee, sondern eigentlich so gut wie überall, wo die Hindenburg auftaucht, sind die Menschen unfassbar in ihren Bann gezogen.
16:47
Ihnen stockt der Atem. Immer wieder zieht sie über deutsche Großstädte hinweg. Die Menschen schauen nach oben, können eigentlich nicht glauben, was sie da sehen. Und dann regnet es auch noch ab. Vom Himmel aber kein Wasser, sondern Papier. Es sind Flugblätter, die die Nazis aus der Hindenburg nach unten werfen, um eben das Ganze für Propaganda zu nutzen. Also Hitler hat das Schiff mittlerweile ganz, ganz bewusst mit eingebaut in seine Strategie, die Menschen von seinen Ideologien, von seinen schrecklichen Ideologien zu überzeugen.
17:27
Die Route der Hindenburg sieht dann übrigens so aus, dass man erst in Frankfurt startet, danach geht es logischerweise weiter über den Westen Deutschlands, dann über den französischen Luftraum, dann manchmal je nach Route über Südengland oder auch über den Ärmelkanal und dann wartet der große weite Atlantik.
17:49
Das, was für Schiffe manchmal ein Problem darstellt, also der Ozean ist ja schon auch ein relativ wilder, das schafft die Hindenburg mit links. Anstatt mehr als einer Woche braucht sie auch nur zweieinhalb bis drei Tage. Damals eine Revolution.
18:08
Und als sie dann drüben ankommt, also in Amerika, dann entstehen Bilder, Leute. Das sieht aus, als wäre das von AI erstellt. Also wirklich sowas von beeindruckend. Schaut gern mal da nochmal in die Shownotes Nummer zwei. Da seht ihr das Luftschiff über New York. Und boah, das ist wirklich krass. Und ich weiß, dass der ein oder andere von euch jetzt denkt, so wie Leon Goretzka, Jaha, Johnny, ich verstehe, das ist alles cool, aber was ist denn jetzt mit dem Wasserstoff?
18:45
Bitte noch ganz kurz gedulden, denn bevor wir auf die Katastrophe schauen, lasst uns vorher einmal mitfliegen. Lasst uns einmal schauen, wie es als Fluggast auf diesem imposanten Schiff ausgesehen hat.
19:03
Kapitel 4. Willkommen an Bord. Sorry, Freunde, das habe ich mir hier jetzt auch erstmal ein bisschen anders vorgestellt. Wir sollten mal hier die Jacke zumachen, weil hier auf diesem riesigen Flugplatz ist es heute extrem windig. Unbedingt euer Ticket fest in der Hand halten. Ganz, wirklich ganz wichtig. Denn wir wollen ja jetzt auf die Hindenburg und mit ihr über den Atlantik fliegen. Keine Sorge, das Gepäck haben wir schon abgegeben, die Pässe sind kontrolliert.
19:36
Und jetzt steigen wir hier erstmal in den Bus. Schon viel besser, hier ist es nicht so windig drin. Und der bringt uns jetzt auch direkt zur Hindenburg. Kennt man aus den ganz modernen Zeiten, wenn man zum Flugzeug gebracht wird. So ähnlich ist es auch hier bei dem Luftschiff. Und ach du meine Güte, da sehen wir sie schon. Alter!
20:00
Wow, also wirklich, man kann es nicht oft genug sagen, sie ist gigantisch. Wow, also das macht die Vorfreude nochmal sowas von viel extremer. So, und, oh perfekt, wir sind auch schon da, die Türen gehen auf und wir stehen direkt vor einer gewaltigen Treppe.
20:24
Mit jedem Schritt hallt das Metall unter unseren Füßen. Sie führt uns direkt in den Bauch des Luftschiffs. Und das ist wieder sehr angenehm, weil der Wind, der jetzt noch mal ganz kurz richtig gedrückt hat, der ist hier drin inexistent. Es fühlt sich direkt irgendwie cozy und angenehm an. Wenn wir rausgucken, sehen wir noch so gewaltige Seile, so Taue.
20:47
Ah, ich verstehe, das sind diese Leinen, also mit denen wird das Schiff am Boden festgehalten. Oh, und jetzt werden sie... Ah, jetzt werden sie schon gelöst. Wir sind noch gar nicht lang an Bord, aber ich merke schon, wie wir ganz langsam nach oben schweben. Das ist ja verrückt. Lass uns mal ganz schnell hier rüber. Ja, hier kann man nämlich aus dem Fenster gucken. Und wir sehen, wie die Erde immer kleiner wird. Menschen, der Bus, alles entfernt sich. Wir kommen auch den Wolken immer näher.
21:18
Wie weit wir wohl aufsteigen werden? Okay, ich hätte gar nicht fragen sollen, weil das war es schon. Also wir sind gerade mal etwa 400 Meter über dem Boden. Das ist für ein Luftschiff wirklich wenig, oder? Also wenn man mal vergleicht, moderne Passagierflugzeuge, die fliegen auf etwa 10.000 Metern Höhe.
21:40
Gut, die Hindenburg kann auch noch ein bisschen mehr ansteigen, aber viel mehr als 1000 Meter sind nicht drin. Das liegt daran, dass sich Wasserstoff, umso höher man steigt, anfängt auszudehnen. Und naja, ihr könnt euch vorstellen, dieser Wasserstoff ist ja in diesen Gastanks drin. Und ja, ich glaube, ihr versteht. ist nicht besonders gut, wenn der sich unendlich ausdehnt. Deswegen war die Flughöhe in dem Sinne so definiert, aber auch gar nicht verkehrt.
22:12
Aber jetzt erstmal hier genug mit Physik. Lasst uns mal einen Blick in das Schiff hineinwagen. Und Leute, das ist wirklich unglaublich. Also das hätte ich so gar nicht erwartet. Zwei sehr geräumige Decks hier vor uns, also richtige Stockwerke. Ah, da drüben ist sogar ein Speisesaal, es gibt einen Gesellschaftsraum und... Was? Da rechts ist sogar ein Rauchzimmer. Ein Rauchzimmer. Also ist das eine gute Idee?
22:43
Zigaretten und Feuer. Nebenan ist dann leicht entflammbarer Wasserstoff.
22:50
Aber, ja, das habe ich auch gedacht, mir hat aber gerade hier einer an Bord erklärt, nee, nee, keine Sorge, dieses Rauchzimmer ist über eine Luftschleuse gesichert. Also es steht immer unter einem leichten Überdruck, damit eben kein Wasserstoff eindringen kann. Außerdem sind da keine Feuerzeuge, keine Streichhölzer erlaubt. Es gibt nur ein einziges Geheimnis. elektrisches mittel um eine kippe anzuzünden also okay bisschen bisschen beruhigt so ab zum nächsten raum ah ja ja habe ich schon von gehört das ist natürlich die legendäre bar beliebt bei vielen gästen und gibt es auch ein bisschen funny story zu denn einer der dortigen barkeeper der ist mal raus geflogen weil er selbst zu viel getrunken hat So, dann haben wir natürlich für uns, für diese Reise, weil wir sind ja mehrere Tage unterwegs, noch so ein bisschen das Herz und zwar unsere Schlafkabine.
23:49
Davon gibt es an Bord in der finalen Phase der Hindenburg 35 Stück. Fast alle, also alle außer eine, sind für zwei Personen und die eine andere ist für vier. So kommt man insgesamt auf 72 Gäste, die maximal auf der Hindenburg reisen können. Dazu noch mal fast genauso viele Besatzungsmitglieder. 61 sind gerade hier mit uns an Bord. Das sind unterschiedlichste Spezialisten, Kapitäne, Steuerleute, Navigatoren, Funker, Maschinenpersonal, Köche.
24:23
Es gibt auch Spezialisten, die nur dafür da sind, hoch oder runter zu fliegen mit der Händenburg. Das passiert auch über relativ komplizierte Prozesse. Also beispielsweise gibt es einen Höhenruder, also da kann man die Neigung quasi einstellen. Aber beispielsweise geht das auch, indem man Wasser abwirft. Also das macht dann quasi das Schiff leichter. Es kann höher steigen, aber man kann auch aus den Gastanks Wasserstoff abwerfen. lassen, so nenne ich das jetzt mal physikalisch unrichtig, aber ihr wisst schon, wie ich das meine.
24:59
Man wird quasi wasserstofflos und somit hat das Schiff weniger Auftrieb, also sinkt. Ihr merkt schon, ganz schön viel Aufwand für so eine Fahrt nach New York und daher ist es auch kein günstiger Spaß. Ein Ticket hin und zurück kostet damals etwa 720 Dollar und wenn ihr jetzt sagt, Naja, das geht ja, das bezahlt man heute ja auch teilweise für Flüge. Ja, aber da müssen wir dann noch so ein bisschen bedenken, das sind ja 720 Dollar in den 1930er Jahren.
25:31
Also wenn man das umrechnet, muss man ja Inflation und so Sachen alles mit einrechnen, dann wären das heute ungefähr 10.000 Euro. Also ein wirklich teurer Spaß. Aber der ist es vielen absolut wert. Zum Beispiel auch Edith Diekmann. Sie erinnert sich an ihre Fahrt auf der Hindenburg.
25:53
Wenn man das erlebt hat, kam es einem vor wie im Traum. Das Gefühl eines fliegenden First Class Hotels oder heute sagt man immer Fünf-Sterne-Hotel. Und das empfanden alle, die an Bord waren, genauso.
26:13
So, also Edith und die anderen Gäste und auch wir haben uns jetzt also auf die Räumlichkeiten des Luftschiffs verteilt. Manche lesen, andere schreiben Briefe, die sie dann aus New York ihren Verwandten schicken. Wieder andere begeben sich schon mal auf die eigene Kabine. Die müsst ihr euch übrigens extrem funktional vorstellen. Wie bei so einem Übernachtungszug. Übereinander liegende Stockbetten, ein Waschbecken und gerade mal genug Platz, dass zwei Menschen aufrecht stehen können.
26:47
Kein Fenster, also sieht auch ein bisschen nach Gefängnis aus, wenn ich ehrlich bin. Ihr findet auch davon ein Foto in den Shownotes. Eigene Toiletten haben die Zimmer natürlich nicht, das wäre wirklich auch logistisch ein bisschen schwierig. Es gibt drei davon über das gesamte Luftschiff verteilt. Dazu eine einzige Dusche für alle an Bord. Und diese muss ziemlich schlecht gewesen sein, denn immer wieder heißt es, dass dort nur ein dünner Wasserstrahl rauskommt. Da kann man sich auch eine Wasserflasche über den Kopf anziehen.
27:18
auskippen. Aber es gibt auch Highlights. Und zwar vor allem, das sagen ganz, ganz viele Fluggäste, die großen Außenfenster. Da kann jeder, wenn er möchte, sich mal hinstellen und rausgucken. Und nicht nur das, sie lassen sich entlang der Außenhülle sogar öffnen. Mehrere hundert Meter, oder ihr merkt schon, der Wind, über dem Atlantik können wir so sowohl den frischen Wind hier genießen, als auch den Blick auf den Ozean.
27:50
Das ist wirklich unfassbar. Auch die kleinen Schiffe, die ab und zu mal an uns vorbeiziehen. Wenn wir ehrlich sind, dann ziehen wir an ihnen vorbei. Das ist schon ein absolut einzigartiges Erlebnis. Ich verstehe an der Stelle, warum Menschen so viel Geld in die Hand nehmen. Doch Ja, und jetzt passiert's in dieser Folge. Die Zeit der Hindenburg, sie soll damals ablaufen. Kapitel 5 Der Schicksalstag Wir schreiben den 6. Mai 1937.
28:27
Die vergangenen drei Tage hat die Hindenburg damit verbracht, den Atlantik zu überqueren.
28:33
Drei Tage, in denen über die gerade erwähnten Fenster nichts zu sehen war, außer Wasser. Keine Inseln, keine Küsten, keine Städte, nur der blau-graue endlose Ozean. Doch dann ist plötzlich Land in Sicht. amerikanisches Land. Das erkennt man, weil das, was wir jetzt sehen, wenn wir so ein bisschen unsere Augen zusammenkneifen, das ist die unverwechselbare Skyline von New York. Auch in den 1930er Jahren schon extrem imposant.
29:07
Diese Fahrt, auf der wir jetzt hier gerade sind, ist eigentlich in dem Sinne keine besondere. Es ist das 63. Abenteuer der Hindenburg. Und wieder geht es von Frankfurt nach New Jersey. Also wir sind wirklich eigentlich schon fast da. 97 Menschen sind an Bord. Es macht sich jetzt gerade um uns herum so eine Art Aufbruchstimmung breit, weil alle wissen, es dauert nicht mehr lange, bis gelandet wird.
29:34
Koffer werden fertig gepackt, Mäntel bereitgelegt und letzte Handgriffe getätigt. Dann zieht es die Passagiere an die große Fensterfront. Unter uns taucht erst Boston, dann Long Island und schließlich auch New York auf.
29:52
Gegen 15 Uhr gleitet der 245 Meter lange silberne Rumpf unserer Hindenburg über die Metropole hinweg. Jetzt fehlen nur noch 80 Kilometer. Von Manhattan geht es weiter in Richtung Süden. Doch genau da Wo wir jetzt hinwollen, an dem Flugplatz in Lakehurst, New Jersey, da wo die Hindenburg landen soll, da sehen wir am Horizont schon etwas, das uns Sorgen bereitet.
30:23
Denn es braut sich ein schweres Gewitter zusammen.
30:28
Wir spüren schon, wie starke Winde bis hierhin in Richtung Luftschiff gepeitscht werden. Kapitän Max Pruss entscheidet daher, die Landung zunächst zu verschieben. Er beginnt weiter über der amerikanischen Küste zu kreisen. Am Flugplatz in Lakehurst stehen bereits mehr als 200 Menschen bereit. Ein Großteil von ihnen ist da, um das Schiff sicher landen zu lassen, weil man braucht schon echt einige Helferinnen und Helfer. Diese dicken Seile, die wir gesehen haben, als wir an Bord gegangen sind, die werden nämlich bei einer solchen Landung abgeworfen und dann von mehreren Personen am Boden festgezogen.
31:07
Außerdem sind auch Reporter und Fotografen vor Ort, denn es ist die erste Ankunft der Hindenburg in dieser Saison. Fast vier Stunden kreisen wir so über das amerikanische Festland. Dann, gegen 19 Uhr, kommt endlich die Nachricht, dass eine Landung möglich sein soll.
31:27
Also setzt Max Pruss Kurs und das Luftschiff nähert sich dem Flugplatz. Wir kommen immer näher. Die vier Dieselmotoren werden gedrosselt. Das Dröhnen um uns herum wird leiser. Teilweise laufen die Propeller sogar rückwärts, um den Koloss zu bremsen.
31:46
Die Hindenburg verlangsamt ihr Tempo. Doch unserem Kapitän Max Pruss fällt auf, dass das Heck zu tief hängt. Die Crew muss gegensteuern. Wasserballast wird abgelassen. Mehrere Männer werden nach vorne beordert, um das Gewicht der Neigung auszugleichen. Um 19.21 Uhr schwebt die Hindenburg nur noch etwa 60 Meter über dem Boden. Die nassen Seile werden rausgeworfen, das finale Landungsmanöver damit eingeleitet. Die Passagiere stehen schon bereit. Es ist für viele nicht die erste Fahrt.
32:18
Sie wissen, was jetzt eigentlich kommt. Man wird das Schiff jetzt einfach verlassen können. Doch dann passiert etwas Seltsames. Am oberen Teil der Hindenburg bewegt sich die silberne Außenhaut.
32:36
nur ganz leicht.
32:38
Es ist ein leichtes Flattern, eine Wölbung, als würde sich unter dem Stoff des Zeppelins etwas bewegen.
32:49
Die Menschen am Boden schauen nach oben. Und dann sehen sie ihn. Einen kleinen, hellen Schein am Heck. Wie Sonne, die reflektiert wird. Und dann geht alles ganz schnell. Aus dem Fleck wird eine Flamme und daraus innerhalb von Sekunden ein gewaltiges Feuer. An Bord bricht Panik aus. Gewaltige Flammen schlagen aus dem hinteren Teil des Luftschiffs.
33:19
Unkontrolliert breiten sie sich aus, fressen sich durch das Heck weiter in den Rumpf. Es ist eine Katastrophe. Denn genau hier im Rumpf, im Bauch, befinden sich die großen Wasserstoffzellen. Der Stoff, der die Hindenburg so lange zum Fliegen gebracht hat, wird nun zu ihrem Verhängnis. Denn als die Flammen diesen erreichen, kommt es zu einer gewaltigen Explosion mit einer heftigen Stichflamme. Die Fotografen am Boden halten diesen Moment fest.
33:52
Er geht um die Welt. Ihr findet das Bild als Nummer 4 in den Shownotes.
33:57
Es ist eine absolute Katastrophe. Die Hindenburg gerät in Schieflage. Immer weiter breiten sich die Flammen aus. Die Passagiere verlieren buchstäblich den Boden unter den Füßen. Viele fallen durch das Schiff, versuchen die Hindenburg panisch zu verlassen, aber sie ist teilweise noch viel zu hoch. Unter den Passagieren ist damals auch Werner Franz. Er erinnert sich.
34:20
Wie ich überhaupt rausgekommen bin, weiß ich nicht mehr.
34:24
Und es war dann so, dass ich gemerkt habe, wie die Hände sich lösen und ich fiel. Ich fiel eben ins Unendliche. Ich habe Glück gehabt, ich bin mit den Beinen direkt im Sand gelandet und konnte auch noch weglaufen.
34:38
Kurz danach schlägt die Hindenburg komplett auf dem Boden auf. Übrig ist nur der Kern, der gesamte Rest.
34:48
von den Flammen gefressen. Es ist fast ein Wunder, dass 62 der 97 Menschen an Bord überleben. Aber das bedeutet leider auch, dass für 35 Passagiere an Bord und einen Helfer am Boden jede Hilfe zu spät kommt. Es ist das tragische Ende eines der imposantesten Verkehrsmittel, das die Menschheit jemals erfunden hat.
35:18
Ende der 20er Jahre suchen Ingenieure nach einer neuen Möglichkeit, Menschen schnell über den Atlantik zu bringen. Flugzeuge schaffen solche Strecken noch nicht ohne Zwischenstops zum Tanken. Ozeandampfer brauchen mehr als eine Woche. Deshalb entsteht am Bodensee die Hindenburg. Mit 245 Metern Länge, 16 riesigen Gaszellen und Platz für fast 100 Menschen ist sie sowas wie ein fliegendes Luxushotel.
35:47
Eigentlich soll in ihr auf sehr sicheren Helium gesetzt werden, ein unbrennbares Edelgas. Doch weil die USA, Deutschland den Rohstoff nicht liefern wollen, verwendet man hochreaktiven Wasserstoff. Ab 1936 überquert die Hindenburg dann regelmäßig den Atlantik und verbindet Europa mit Nord- und Südamerika. Am 6. Mai 1937 erreicht sie dann bei ihrer 63. Fahrt erneut nach drei Tagen New Jersey.
36:18
Nichts sieht in diesem Moment noch danach aus, dass es jetzt zur Katastrophe kommen könnte. Doch dann ereignet sich ein Gewitter und das wird höchstwahrscheinlich zu einem Zahnrad in diesem komplexen Prozess der Katastrophe. Denn so ganz genau sagen, was da passiert ist, kann man heute nicht. Es gibt eine sowas wie die plausibelste Theorie. Diese besagt, dass die Hindenburg sich durch das Gewitter, man hat sich ja auch schon in dem Luftraum bewegt, wo das Gewitter geherrscht hat, dass sie sich dadurch elektrisch extrem aufladen konnte.
37:01
Dazu musste Kapitän Pruss ja mehrere Kurven festlegen. fliegen, teils viel enger als er es normalerweise machen würde, weil man halt unterschiedliche Lufträume nicht einfach so durchqueren durfte. Und das wiederum könnte dazu geführt haben, dass ein inneres Spanndrahtseil gerissen ist und das wiederum hat eine der Gaszellen beschädigt. So konnte dann dieser sehr hochentzündliche Wasserstoff ausströmen, ohne dass es jemand mitbekommt. Als man dann die nassen Halteseile auswirft, wirken wieder neue physikalische Kräfte und auch nochmal die elektrische Ladung des Schiffs kommt ins Spiel, weil die Außenhaut ist ja komplett aufgeladen und als dann die Seile den Boden berühren, entsteht ein Spannungsunterschied und so ein Spannungsunterschied, der kann einen Funken auslösen.
37:56
Der ist teilweise so klein, dass man ihn gar nicht wahrnehmen kann, aber wenn der eben ausgelöst wird und Wasserstoff in der Nähe austritt, dann passiert genau das, was man auf Bild 4 sieht. Und zwar eine extrem schnelle Entwicklung von Flammen. Es dauert kaum mehr als 30 Sekunden von dem ersten Lichtblitz, den die Menschen am Boden sehen konnten, bis zum Aufschlag, völlig ausgebrannt, der Hindenburg am Boden.
38:29
Wir haben an der Stelle übrigens noch einen weiteren Einblick von einer Person, die den Tag überlebt hat und zwar Werner Franz. Er ist damals Kabinenjunge auf der Hindenburg und er hat wirklich gewaltiges Glück, denn als diese Katastrophe anfängt sich zu ereignen, platzt in seiner Nähe einen Wassertank. Er wird komplett durchnässt und diese Nässe schützt ihn vor den Flammen. Er überlebt, doch er erinnert sich, dass die Zeit nach dem Schicksalstag für ihn extrem hart gewesen ist.
39:04
Da bin ich erst wieder mal in ein tiefes Loch gefallen.
39:09
Und dieser Zustand hat sich über ein halbes Jahr hingezogen. Wenn irgendwas war und da kam ein heller Sonnenstrahl rein, da habe ich an Feuer gedacht. Oder der Knall habe ich an eine Explosion gedacht. Da bin ich gelaufen.
39:23
Die Händenburg-Katastrophe beendet danach die große Ära der Passagier-Zeppeline. Aber ganz verschwunden ist die Idee nicht. Ganz im Gegenteil. Die Suche nach klimafreundlichen Alternativen zum Flugzeug ist aktuell sehr, sehr viel geführt. Also es gibt ziemlich viele Firmen, die beispielsweise wieder riesige Luftschiffe entwickeln. Dieses Mal dann eben mit Helium und auch mit ganz anderen Sicherheitsprotokollen, vor allem um schwere Güter mit wenig Treibstoff in abgelegene Regionen transportieren zu können.
39:59
Also wo es dann zum Beispiel an Flughäfen fehlt, wo es an Schiffsrouten fehlt und so weiter.
40:05
Da könnte einiges passieren. Eine spanische Firma zum Beispiel hat angekündigt, dass sie ab 2028 einen Zeppelin-Kurzstreckenflug anbieten möchte. Mal schauen, ob das passiert und ob der ein oder die andere unter uns irgendwann auch mal mit einem Luftschiff unterwegs ist.
40:28
Wissensfreunde, intensive Folge, oder? Ich hoffe, sie hat euch gefallen. Ich hoffe, es war nicht von der Qualität her ein riesiger Unterschied zu sonst durch meine nicht hundertprozentige Fitness. Ich hoffe, es hat euch trotzdem natürlich Spaß gemacht. Ich persönlich war so reingesogen, dass ich teilweise vergessen habe, dass ich die letzten drei Tage im Bett lag.
40:56
Das ist alles so unglaublich, oder? Dass die Hindenburg auch 63 Fahrten lang mit hochexplosiven Wasserstoff befüllt war und die allermeisten Gäste, die wussten gar nichts davon. Das ist wirklich krass. Heutige Expertinnen und Experten sagen übrigens, dass es ein absolutes Wunder gewesen ist, dass sie so viele Trips in die USA unfallfrei haben. abliefern konnte.
41:21
Das ist krass. Ihr kennt das Spiel. Schreibt uns sehr, sehr gerne in die Kommentare, wie ihr die Folge fandet. Wie gesagt, ich hoffe richtig doll, dass es trotzdem nice war, reinzuhören. Und ich hoffe, ihr seht es mir nach an der Stelle, dass wir nicht ganz so viele Fragen machen, weil es einfach, wie gesagt, nicht die Kapazitäten in meinem Kopf dafür gab, Es gab aber zwei Dinge, die kamen extrem häufig zur letzten Folge. Das war der letzte Deep Dive zum 11. September und es ging um die Suche nach Osama Bin Laden.
41:51
Und zwar, das kann ich mehr oder weniger aus dem Kopf machen, das weiß ich nämlich noch, unter anderem von Matteo, auch von Thomas, kam häufiger, also von ganz vielen Leuten die Frage, wie das Ganze moralisch betrachtet wurde. Also man hat ja Bin Laden einfach erschossen, ohne ihn festzunehmen, ohne ihm ein Gerichtsverfahren zu geben. Und genau das wurde auch extrem kritisiert.
42:20
Viele unterschiedliche Meinungen sind dabei entstanden. Einige sagen, naja, er hat es verdient, weil er hat Leid für unfassbar viele Menschen hervorgerufen durch die ganzen Attentate, die er geplant und verwaltet hat. Aber viele andere haben eben gesagt, es ist egal, was ein Mensch tut, er hat immer das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren. Und wenn am Ende davon, wie es in manchen Ländern halt immer noch auch üblich ist, die Todesstrafe dabei herauskommt, dass von Richtern entschieden wird, dann ist es auch in Ordnung, dass sie verhängt wird.
42:57
Und man sieht auch so ein bisschen, dass auch die USA danach wissen, dass das nicht vielleicht der aller allerbeste Weg war, damit umzugehen. An einer noch zweiten Frage, die ich ganz gerne beantworten möchte, weil das war ganz spannend von auch jemandem gestellt, der Jonathan heißt. Das kann ich kurz noch vorlesen. Er schreibt, hi Johnny und Team. Ich habe mal gelesen, dass Robert O'Neill, das soll der Navy SEAL gewesen sein, der Osama Bin Laden erschossen hat, danach theoretisch ins Gefängnis gemusst hätte, weil es eben nicht der richtige Weg gewesen wäre.
43:35
Er kam aber nie ins Gefängnis. Wie kann man das erklären? Und ja, das ist nämlich so der zweite Teil des Ganzen. Robert O'Neill soll derjenige gewesen sein, der geschossen hat. Aber die US-Regierung wollte danach nie bestätigen, wer es war, wer die Schüsse abgegeben hat. Und zwar genau aus diesem Grund, weil man sich bewusst war, Das hätte man wahrscheinlich rein völkerrechtlich anders lösen müssen.
44:07
Und damit kommt man ja auch so ein bisschen auf den Punkt, dass man ethisch und moralisch an der Stelle nicht korrekt gehandelt hat. Aber so hat es auch der ein oder andere amerikanische Experte danach formuliert. Der Wunsch, Rache zu nehmen, war in dieser Sekunde...
44:26
sehr viel größer, also vor allem, weil man ja neun Jahre auf den Moment gewartet hat, als dann noch eine Festnahme zu machen und ein Verfahren zu ermöglichen. Also ja, es ist schon ein sehr, muss man sagen, ein sehr heikles Thema. Und kommt eine schnelle, machen wir noch, die schaffe ich noch. Und zwar von Black Scorpion. Hallo Johnny, wieder Hammer-Folge, weiter so. Du und so, ihr macht das wirklich extrem gut. Vielen, vielen Dank an der Stelle, das tut sehr gut zu hören.
44:57
Und zwar, was ist mit dem Anwesen von Bin Laden geworden? Also steht das heute noch? Und die Antwort ist relativ schnell formuliert, nein, das gibt es heute nicht mehr. Ziemlich genau neun Monate nach dem Einsatz der SEALS im Februar 2012 wurde es von pakistanischen Behörden vollständig dem Erdboden gleichgemacht. Heute ist das übrigens ein verlassenes Grundstück, also eine leere Brachfläche.
45:24
Und damit sind wir am Ende dieser Folge angekommen. Natürlich dürft ihr jetzt wieder entscheiden und ich weiß, viele von euch freuen sich, dass jetzt wieder immer sechs brandneue Themen vor euch am Start sind. Als allererstes haben wir heute zur Auswahl nochmal das D.B. Cooper Rätsel, also der Mann, der ein Flugzeug entführt, Lösegeld erpresst, dann mit dem Fallschirm abspringt und nie wieder gefunden wird. Als zweites haben wir hier nochmal drin der Klimawandel, also ein schonungsloser Blick darauf, ob die Welt wirklich so sehr im Wandel ist, wie es manche Medien behaupten und wie groß ist die Schuld des Menschen daran.
46:06
Als drittes das Gladbäcker Geiseldrama. Das ist ein Banküberfall, den es in Deutschland gegeben hat, der mit einem massiven Medienversagen einhergeht.
46:18
Als viertes haben wir Linking Park und Chester Bennington hier mit drin. Also wer dem Linking Park nichts sagt, das ist die wahrscheinlich größte Rockband der 2000er Jahre. Und besonders tragisch ist der Fall des Frontmanns Chester Bennington. Als fünftes haben wir, wie entsteht Mobbing? Also warum grenzen Menschen andere Menschen aus? Wie entsteht dieses System und was sind die Ratschläge, die Expertinnen und Experten in solchen Situationen geben?
46:50
Und als letztes der Guyana-Unfall. 1987 löst ein Einbruch in eine stillgelegte radiologische Klinik, eine der schwersten Strahlenunfälle in der Geschichte der Menschheit aus. Ihr müsst euch entscheiden. Ich werde mich jetzt ins Bett legen. Aber auch mit jetzt noch vielleicht 30% Energie habe ich 100% Liebe für euch alle. Das ist also wirklich wie schnulzig kann man was formulieren.
47:23
Das tut mir leid. Ich würde es rauslöschen, aber ich lasse es jetzt drin. Wirklich ganz viel Liebe für euch alle. Danke, dass ihr immer hier fleißig mit reinhört. Und ihr wisst ja Bescheid. Für weniger Wissen entfolgt uns.
47:36
Ach Leute, nee, ich will euch ja noch was Gutes tun. Wenn ich euch schon hier weniger Fragen beantwortet habe, dann habe ich noch einen Podcast-Tipp für euch. Und zwar geht es um einen meiner absoluten Lieblingskünstler aktuell und zwar Bad Bunny. Den kennt ihr ganz, ganz sicher. Entweder vielleicht von der Super Bowl Halftime Show dieses Jahr oder weil er auch dieses Jahr den Grammy gewonnen hat für das Album des Jahres.
48:07
Also er ist einfach unglaublich erfolgreich. Aber die Geschichte dahinter, die ist fast noch krasser, weil eigentlich kommt er aus der Arbeiterklasse Puerto Ricos. Sie hatten nie viel Geld. Der hat dann irgendwann angefangen, seine Musik so ein bisschen beiläufig auf ein, zwei Plattformen hochzuladen. Hat gar nicht so richtig mit dem Erfolg gerechnet. Auch woher sein Name kommt, Bad Bunny, all diese ganzen Sachen, die haben wir uns in der ARD gedacht, die arbeiten wir doch mal richtig. Und deswegen gibt es da eine ganz neue Staffel.
48:39
Die nennt sich ARD-Ikonen Bad Bunny. Und da würde ich wirklich mal empfehlen, reinzuhören. Das ist die Geschichte von Benito, wie er bürgerlich heißt. Die ist wirklich unglaublich. Findet ihr auf ARD-Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt. Natürlich packen wir euch auch einen Link direkt dahin in unsere Show Notes.